Die Südseite von Schloss Trebsen mit ihren markanten Staffelgiebeln

Schloss Trebsen an der Mulde

Seit Jahrhunderten
nicht fertig erzählt.

Ein Schloss mit Haltung

Von weitem eindrucksvoll.
Aus der Nähe voller Geschichten.

Am Westufer der Mulde erhebt sich eine vierflügelige Schlossanlage, deren markante Staffelgiebel schon von weitem zu erkennen sind. Wer durch das Tor in den Innenhof tritt, begegnet jedoch keinem stillgestellten Denkmal.

Schloss Trebsen wird genutzt, bewahrt und immer wieder neu entdeckt. Menschen heiraten und feiern hier, Musiker füllen die alten Mauern mit Klang, Ritter ziehen in den Park und im Advent leuchten die Fenster bis hinaus an die Mulde.

Spätgotische Baukunst

Decken wie gefalteter Stein.

Die Zellengewölbe im Erdgeschoss sind die große architektonische Besonderheit des Hauses. Ihre vielfach gebrochenen Flächen erinnern an Waben oder gefaltetes Papier – nur dass sie vor mehr als fünfhundert Jahren aus Stein und Ziegel geschaffen wurden.

Im Esszimmer sind die Gewölbe bemalt, in der Kapelle bleibt ihre Ziegelbauweise unverputzt sichtbar. So erzählt jeder Raum ein anderes Kapitel derselben Baukunst.

Bemaltes Zellengewölbe im Esszimmer von Schloss TrebsenUnverputztes Zellengewölbe der Schlosskapelle

Vom Burgplatz zum lebendigen Schloss

Mehr als acht Jahrhunderte in wenigen Stationen.

  1. Die erste Spur

    Mit Heinricus de Trebecin erscheint erstmals ein Ritter von Trebsen in einer Urkunde. Der Standort war damals Teil einer Wasserburg an der Mulde.

  2. Ein neues Schloss entsteht

    Georg von Saalhausen beginnt mit dem spätgotischen Schlossbau. Aus dieser Bauzeit stammen auch die kostbaren Zellengewölbe.

  3. Hans von Minckwitz wird Schlossherr

    Der kurfürstliche Kammerherr beendet die erste große Bauphase. Die facettenreichen Staffelgiebel prägen bis heute das Gesicht des Schlosses.

  4. Barock und englische Parklandschaft

    Dr. Vincent Baumann verändert Teile des Schlosses im Stil des Barock, stockt den Südflügel auf und lässt den Park neu gestalten. Als Baumaterial dienen ihm auch die Reste des einst gewaltigen Bergfrieds.

  5. Der Innenhof erhält ein neues Gesicht

    Unter Georg von Zimmermann gestaltet der Architekt, Maler und Kunsttheoretiker Paul Schultze-Naumburg den Innenhof neu.

  6. Ein Haus für viele

    Das Schloss dient als Wohnraum, Kindergarten, Seniorentreff und Unterkunft der Freiwilligen Feuerwehr. Zugleich gehen Dächer und historische Substanz verloren.

  7. Bewahren durch Handwerk

    Mit der Gründung eines Fördervereins beginnen umfangreiche Sicherungs-, Wiederaufbau- und Restaurierungsarbeiten. Verlorene Flügel und Giebel kehren zurück.

  8. Eine neue Schlossherrschaft

    Jochen Rockstroh übernimmt das Schloss und führt die behutsame, denkmalgerechte Restaurierung fort. Im Nord- und Westflügel entstehen Räume mit ganz eigenem Charakter: von der unverputzten Schlosskapelle über das gotische Esszimmer und das ritterliche Herrenzimmer bis zum festlichen Saal. Seit 2012 wird hier wieder gespeist, gefeiert, geheiratet und manch turbulentes Spektakulum erlebt.

Livemusik mit Publikum im Festsaal von Schloss Trebsen

Kein Museum hinter einer Kordel

Ein Schloss, das benutzt werden will.

Historische Mauern bleiben am lebendigsten, wenn Menschen in ihnen zusammenkommen. Deshalb ist Schloss Trebsen heute Festort, Kulturstätte, Ausflugsziel und Bühne zugleich.

Hinter dem Schloss steht keine anonyme Betreibergesellschaft. Schlossherr Jochen Rockstroh kümmert sich seit 2010 um die Sanierung und Entwicklung des Hauses. Gemeinsam mit seiner Familie und einem eingespielten Team bewahrt er nicht nur historische Substanz, sondern schafft Räume, in denen wieder etwas geschehen darf.

Von der persönlichen Begleitung unserer Feiergesellschaften bis zur Planung großer Veranstaltungen: Vieles entsteht direkt im Haus. Das gilt für Absprachen und Abläufe ebenso wie für Texte, Bilder und Programme. Über Jahre ist so aus Erfahrung, Beharrlichkeit und einer gehörigen Portion Schlossalltag eine unverwechselbare Handschrift gewachsen.

Zwischen Mulde und Schlosspark

Auch draußen geht die Geschichte weiter.

Nördlich des Schlosses schließt sich der weitläufige Landschaftspark mit altem Baumbestand an. Wassergraben und historische Steinbrücke erinnern daran, dass hier lange vor dem Schloss eine Wasserburg stand. Die Reste ihres einstigen Bergfrieds befinden sich heute im Innenhof des Schlosses.

Die Lage an der Mulde macht das Schloss zugleich zu einem guten Ausgangspunkt für Wege durch das Sächsische Burgenland – zu Fuß, mit dem Rad oder auf dem Wasser.

Schlossgiebel und historische Schlossmauer an der Mulde